microXchg 2016 - Erfahrungen von der Berliner IT-Architektur-Konferenz

microXchg 2016 - Erfahrungen von der Berliner IT-Architektur-Konferenz
Der Begriff “Microservices” scheint sich 2016 vollends im Wortschatz von IT-Architekten gefestigt zu haben. Für die einen nach wie vor nur ein weiteres Buzzword, für die anderen der Oberbegriff moderner Softwarearchitekturen.

Die microXchg 2016 in Berlin beschäftigt sich nun im 2. Jahr dediziert mit dem Thema Microservices, konnte erneut mit hochkarätigen Vortragenden überzeugen und ermöglichte Besuchern interessante Einblicke und Diskussionen rund um Microservices sowie deren Voraussetzungen und Implikationen.

Microservices \- was steckt dahinter?

Was ist überhaupt ein Microservice bzw. was ist eine Microservice-Architektur? Der Begriff beschreibt etwas in der Softwareentwicklung nicht grundsätzlich Neues. Der ganzheitliche und strukturierte Ansatz der aktuellen Bewegung, Softwarearchitektur im Gesamtkontext einer Unternehmensorganisation zu sehen, lässt die Zusammenfassung dieser Strömung unter einem einzelnen Schlagwort sinnvoll erscheinen. Zuerst von Martin Fowler und James Lewis in ihrem Artikel Microservices beschrieben, ist eine Microservice-Architektur somit als Oberbegriff für eine Vielzahl an Vorgehensweisen, Prinzipien und Designentscheidungen zu sehen. Auch wenn es bezüglich der konkreten Ausgestaltung von Microservices viele unterschiedliche Meinungen gibt, lassen sich einige Punkte herausstellen, die eine Microservice-Architektur charakterisieren:

  • Eine Anwendung/ein System besteht aus einer Menge an kleingewichtigen Services mit einer zweckmäßigen Größe (so klein wie möglich, so groß wie nötig)
  • Ein Service implementiert genau eine Geschäftsfunktionalität (single responsibility principle, do one thing well -> Verknüpfungspunkt Domain Driven Design: Bounded Contexts)
  • Services bilden ein Abbild der Unternehmensorganisation
  • Die Kommunikation zwischen diesen Services erfolgt über leichtgewichtige Mechanismen wie z.B. HTTP
  • Services können unabhängig (idealerweise automatisiert) deployed werden
  • Services sind untereinander lose gekoppelt (REST/MoM)
  • Dezentralisierte Governance und Datenmanagement: Jeder Service hat seine eigene Datenhaltung und Heterogenität bzgl. der eingesetzten Technologien wird ermöglicht (für jeden Zweck die passende Technologie)
  • Design for failure: Das Gesamtsystem soll robust und resilient sein
  • Einzelne Services sollen einfach ersetzbar sein

microXchg die Zweite

Einer der interessantesten Vorträge war aus meiner Perspektive neben den Paneldiskussionen der Talk von Fred George. Dieser ging zu Beginn nochmals darauf ein, warum es den Drang nach Microservices überhaupt gibt. Aktuell existieren viele “Hot Topics” wie Lean Startup, Being Agile, Microservices, Cloud, Docker oder ähnliche - worauf es in einer immer komplexer werdenden und sich schneller verändernden Welt ankommt, ist aus seiner Sicht vor allem eines: “Go faster”. Eine Microservices-Architektur liefert genau die Rahmenbedingung für flexible und adaptionsfreudige Systeme, die in der Konsequenz mehr Geschwindigkeit bedeuten können oder zumindest eine wichtige Grundlage hierfür schaffen. In diesem Zusammenhang ging er auch auf die notwendigen organisatorischen Veränderungen ein, um erfolgreich Microservice-orientierte Systeme mit all ihren gewünschten Vorteilen zu implementieren und verdeutlichte dies an konkret durchgeführten Projekten aus der Praxis mitsamt ihren technischen Implikationen, Herausforderungen und Lösungen.

Darüber hinaus haben auch weitere Größen der Bewegung wie James Lewis, Adrian Cockcroft, Chris Richardson oder Sam Newman mit ihren Talks dazu beigetragen, die microXchg 2016 mit interessanten Perspektiven und Gedanken zu bereichern. Alle Vorträge der Konferenz findet ihr im Youtube-Channel der microXchg. Für eine Zusammenfassung einiger Vorträge lohnt ein Blick auf einen Blogbeitrag von Timo Hirt von vaamo.

Fazit

Für mich persönlich wie auch meine 3 mitgereisten Kollegen war die microXchg wie schon im vergangenen Jahr eine tolle Plattform, um unsere Erfahrungen in diesem Bereich zu validieren und mit neuem Wissen zu erweitern. Wenn es einen kleinen Wermutstropfen einer wirklich äußerst interessanten Konferenz zu berichten gibt, dann vielleicht, dass sich doch einige Themen wiederholt haben und hin und wieder sicherlich auch ein paar stärker polarisierende Meinungen und kritische Impulse interessant gewesen wären. Wir schauen dennoch mit großer Vorfreude der 3. microXchg in Berlin entgegen und wären dort sicherlich wieder vertreten.

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