MoR: Fehler machen, Fehler finden & Debugging - Vorgehensweisen und Erfahrungen

MoR: Fehler machen, Fehler finden & Debugging - Vorgehensweisen und Erfahrungen
Software ist nie auf Anhieb fehlerfrei. Auch die ausgeklügelste Qualitätssicherung kann nicht sicherstellen, dass keine Fehler entstehen. Zu groß ist die Zahl an möglichen Kombinationen, wie Software verwendet wird, zu komplex ist die reale Welt und zu anfällig der Faktor Mensch.

Für Softwareentwickler bedeutet dies, dass sie einen einen Großteil ihrer Zeit mit dem Finden und Beherrschen von Fehlern in Software verbringen.

Das muss für Entwickler jedoch nicht immer ein notwendiges Übel sein. Bei der März-Edition von Monster on Rails - der User Group für Software Engineering - haben wir uns daher zum Thema genommen, wie man Fehler als Herausforderung sehen und strukturiert meistern kann. Geplant war ein kurzer Einführungstalk zum Thema, um in Anschluss auf Lightning-Talks überzugehen, bei denen die Teilnehmer ihre Bug- und Debugging-Erfahrungen zum Besten geben konnten. Fokus lag danach auf dem Erfahrungsaustausch zwischen allen Teilnehmern rund ums Fehler machen, Fehler finden und Fehler beheben.

Debugging: The 9 Indispensable Rules for Finding Even the Most Elusive Software and Hardware Problems

Den Anfang machte Thomas Hollstegge, der in seinem Vortrag das Buch “Debugging: The 9 Indispensable Rules for Finding Even the Most Elusive Software and Hardware Problems” von David J. Agans vorstellte. Agans gibt in seinem Buch Empfehlungen für das Vorgehen beim Debuggen von Problemen beliebiger Art. Hält man sich an die von ihm genannten Regeln, so wird die Fehlersuche vom unstrukturierten Stochern im Nebel zum strukturierten Prozess, der schrittweise potenzielle Fehlerquellen ausschließt und zielgerichtet zum Erfolg führt. Die von Agans aufgestellten Regeln im Überblick:

  • Understand the system
  • Make it fail
  • Quit thinking and look
  • Divide and conquer
  • Change one thing at a time
  • Keep an audit trail
  • Check the plug
  • Get a fresh view
  • If you didn’t fix it, it ain’t fixed

Thomas stellte schrittweise jede Regel vor und veranschaulichte diese mit Beispielen aus dem Buch und seinen eigenen Erfahrungen aus jahrelanger Softwareentwicklung. Das Buch scheint gerade für Neulinge in der Softwareentwicklungein sehr guter Einstieg zu sein, um nicht an komplexen Bugs frühzeitig zu verzweifeln. Aber auch erfahrenen Entwickler ermöglicht das Buch eine gute Strukturierung ihrer persönlichen Erfahrungen, wodurch sie ihr erlangtes Wissen einfacher explizieren können.

Lightning Talks, Erfahrungsaustausch & Diskussion

Im Anschluss an Thomas Vortrag, stellte Dennis Günnewig in zwei Lightning-Talks seine Erfahrungen zu “Wie Wireshark Rubygems kaputt machte” und “Pry mit veränderter "HOME"-Variable verwenden” vor und Michael Schäfermeyer gab die “500-mile email”-Story zum Besten. Die sich daraus entwickelnde Diskussion brachte die absurdesten Debugging-Erfahrungen zum Vorschein und zeigte mal wieder, dass gerade in der Softwareentwicklung mit allem zu rechnen ist. Als Fazit können wir festhalten, dass eine offene Fehlerkultur im Team und Unternehmen die Möglichkeit schafft, sich ohne Ängste über auch eigene Fehler auszutauschen. Das führt nicht nur zu einem Erfahrungszuwachs aller Beteiligten sondern vor allem auch zu signifikant besserer Software.

Wie immer gilt unser Dank allen Teilnehmern. Insbesondere denjenigen, die durch Talks und Beiträge aktiv zum Gelingen der User Group beigetragen haben. Das nächste Treffen ist am 28. Mai 2015 zum Thema “Agile Softwareentwicklung”. Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

Über Monster on Rails

Die “Monster on Rails” User Group Münster beschäftigt sich mit Themen rund ums Software Engineering, insbesondere Ruby und Ruby on Rails, diskutiert aber auch über Technologien, die um das Ruby-Ökosystem herum existieren, wie z. B. Javascript, Node.js, Go, Docker und NoSQL. In der Regel treffen wir uns immer am letzten Donnerstag im Monat. Nach einigen Vorträgen zum jeweiligen Thema beenden wir den Abend in entspannter Atmosphäre bei einem Bier. Wir freuen uns über jedes neue Gesicht!

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