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Digital Business

Was ist besser: Design Thinking vs. Design Sprint?

7 Minuten Lesezeit
Was ist besser: Design Thinking vs. Design Sprint?

Design Thinking vs. Design Sprint. Beide Methoden sind in der unternehmerischen Praxis vieler Unternehmen angekommen. Doch welche dieser beiden Methoden Design Thinking vs. Design Sprint ist besser? Finden Sie es in diesem Artikel heraus.

Die Entwicklung von digitalen Produkten mit einer guten User Experience wird zunehmend wichtiger, auch bei B2B-Geschäftsmodellen. Im Rahmen der Produktkonzipierung müssen Digitalteams genau verstehen, welche Probleme ein Produkt konkret lösen soll und welche nicht. Diese Sichtweise, das nutzerzentrierte Design, findet in der modernen Arbeitswelt in vielen Unternehmen Anwendung. In der Praxis stößt man dabei auf zwei ähnliche Begriffe, hinter denen sich aber etwas unterschiedlichste Methoden verbergen: Design Thinking und Design Sprints.

Wir erklären Ihnen, was sich dahinter verbirgt.

Was ist Design Thinking?

Design Thinking ist in erster Linie eine Mischung aus Mindset und Framework. Design Thinking kommt mit einem bunten Blumenstrauß aus Methoden, die Ihnen dabei helfen, die Sicht des Nutzers einzunehmen. David Kelley gilt als Vater des Design Thinking. Sein Ziel war es, Ingenieuren der Firma IDEO einen Prozess an die Hand zu geben, die der Denkweise von Designern nachempfunden ist. Im unternehmerischen Kontext nutzen Unternehmen Design Thinking meist, wenn das Unternehmen noch kein konkretes Problem herauskristallisiert hat, das durch eine digitales Produkt gelöst werden kann.

Die Arbeitsweise im Design Thinking kann am besten mit einem doppelten Diamanten (double diamond) beschrieben werden: Es gibt öffnende und schließende Phasen. Dieser doppelte Diamant ist so etwas wie der “Motorraum” von Design Thinking, der den Problemraum und den Lösungsraum voneinander trennt.

Design Thinking ist in erster Linie eine Mischung aus Mindset und Framework. Design Thinking kommt mit einem bunten Blumenstrauß aus Methoden, die Ihnen dabei helfen, die Sicht des Nutzers einzunehmen.

Im Problemraum (der einleitenden Phase) geht es darum, mit Hilfe einer intensiven User Research ein Verständnis für die Nutzer und damit für die potentiellen Kunden aufzubauen. Um die Lebenswelt der Nutzer genau zu verstehen, werden auch weitere Methoden genutzt, wie z.B. Beobachtungen oder Umfragen. Um nach der Recherche handlungsfähig zu bleiben und konkret zu werden, folgt der öffnenden eine schließende Phase. In dieser werden die Herausforderungen und Zielgruppen nach Faktoren wie Relevanz oder Größe bewertet. Dabei loten Innovationsteams immer aus, welche Möglichkeiten Sie mit Ihrem Unternehmen haben, diese Herausforderungen zu lösen!

Erst nachdem all diese Schritte gegangen wurden, geht es im Lösungsraum darum, mit Brainstorming Methoden Lösungsideen zu entwickeln. Dabei werden auch bestehende Ideen weiter entwickelt. Dazu nutzen Teams verschiedene Methoden, wie z.B. Silent Brainstorming oder auch Perspektivwechsel. Ähnlich, wie im Problemraum, wählen Innovationsteams eine oder mehrere Lösungsideen aus, die sie greifbar machen möchten. Dazu erstellen sie Prototypen, die sie im Anschluss in einem iterativen Vorgehen immer wieder mit echten Nutzern testen. Das erhaltene Feedback lassen sie einfließen, um die Lösungsidee zu verbessern oder neue Erkenntnisse über die Zielgruppe zu bekommen.

In der unternehmerischen Praxis kann die Dauer eines Design Thinking Projekts von mehreren Tagen bis hin zu mehreren Monaten variieren. Die Auswahl der Methodik kann dank der Vielzahl an Methoden an eine unterschiedliche Projektdauer angepasst werden. Auch deswegen hat sich Design Thinking als Blaupause für Innovationsprojekte etabliert.

Trotzdem gibt es einige Argumente, die auch gegen den Einsatz von Design Thinking sprechen: Um Design Thinking in der Praxis richtig zu praktizieren, muss die dahinter stehende Philosophie verstanden werden. Erst dann können Innovationsteams die Vielzahl an Methoden, Werkzeugen und Ansätzen effektiv nutzen. Eine weitere Herausforderung für Innovationsteams, die ihre Zielgruppe bereits gut kennen, ist die Tatsache, dass man so tun muss, als ob man nichts über sie weiß. Zudem wird von einigen Anwendern geschildert, dass es “ewig” dauert, bis man endlich konkrete Produktideen entwickeln darf.

Was ist Design Sprint?

Der Design Sprint ist ein ganz konkreter mehrtägiger Prozess, um konkrete Fragestellungen mittels Design, Prototypen und Kundentests zu beantworten. Anders als im Design Thinking einigt sich ein Team im Design Sprint am ersten Tag eine echte Problemstellung, die im Rahmen des Design Sprints gelöst werden soll.

Die Design Sprint Methode wurde von Jake Knapp für seine Arbeit bei Google Ventures entwickelt, um innerhalb kürzester Zeit im Team schnell, effektiv und unabhängig Lösungen für spezifische Fragestellungen zu entwickeln. Die Erfahrung der einzelnen Teammitglieder sowie die Integration von Experten hilft dabei, schnell Lösungen zu entwickeln und diese mit Hilfe von Tests direkt zu testen.

Der Design Sprint ist ein ganz konkreter mehrtägiger Prozess, um konkrete Fragestellungen mittels Design, Prototypen und Kundentests zu beantworten.

Das Ergebnis der Design Sprint Methode ist ein vorzeigbarer Prototyp, ein qualifiziertes Kundenfeedback sowie das Gefühl, im Team innerhalb weniger Tage ein Problem in signifikanter Tiefe bearbeitet zu haben.

Die ursprüngliche Design Sprint Methode, die von Google Ventures ins Leben gerufen worden ist, dauert 5 Tage. Da es in der unternehmerischen Praxis manchmal herausfordernd ist, ein Team über diesen Zeitraum von operativen Tätigkeiten zu befreien, haben sich auch kürzere Formate in der Praxis etabliert.

Durch den klar definierten Prozess schaffen es Teams innerhalb von wenigen Tagen, ausgehend von einer klaren Problemstellung einen getesteten Prototypen zu entwickeln. Dafür müssen bestimmte Vorbedingungen erfüllt sein, wie z.B. ein ausgeprägtes Verständnis über die Zielgruppe oder eine klare Problemstellung. Nur dann kann die Design Sprint Methode ihr volles Potential entfalten.

Was ist nun besser: Design Thinking oder Design Sprint?

Verfechter von Design Thinking würden klar für Design Thinking plädieren, “Sprinter” hingegen werden ihr Los nur auf den Design Sprint wetten. Aus mehrjähriger Erfahrung sage ich klar: Es kommt darauf an. Es handelt sich hier nicht um die Wahl einer Religion, sondern um die Wahl des besser geeigneten Werkzeugs.

Bei der Wahl "Design Thinking vs. Design Sprint" handelt es sich nicht um die Wahl einer Religion, sondern um die Wahl des richtigen Werkzeugs.

Für ein Team, das bereits seit langer Zeit in einem Design Thinking Modus unterwegs ist, kann ein Design Sprint ein wahrer Booster für das Teamgefühl sein. Wenn die Problemstellung klar ist, sich das Team schon länger mit einer Problemstellung beschäftigt hat oder das Team die Problemstellung aus eigener Erfahrung kennt, ist ein Design Sprint das richtige Mittel zur Wahl. Stehen jedoch keine konkreten Handlungsoptionen im Raum oder ist die Zielgruppe noch unbekannt, bringt auch ein Design Sprint keine brauchbaren Resultate. Um Teams aus ihrem luftleeren Raum zu befreien, müssen erst einmal Grundlagen geschaffen werden. Hier kann Design Thinking seine volle Stärke ausspielen.

Wie stehen Sie zur “Wahl der Religion”: Gehören Sie eher zum Design Thinking- oder zum Design Sprint-Lager? Wann nutzen Sie die eine, mal die andere Methodik?

Ich freue mich, von Ihnen zu hören!

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