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Digital Business

B2E- und B2B-Apps: eine Investition mit Mehrwert?

8 Minuten Lesezeit
B2E- B2B-Apps
  • Georg Bergjohann
    Georg Bergjohann

Wir schauen uns in diesem Beitrag sowohl B2B-Apps als auch B2E-Apps genauer an und beantworten die Fragen, wann eine Nutzung wertstiftend ist, welche Ziele mit ihnen erreicht werden können und welche Details vor der Umsetzung bedacht werden müssen. Das alles wird zum besseren Verständnis anhand von Beispielen veranschaulicht.

Der Markt für Apps boomt. 2026 soll der Umsatz erstmals die halbe Billion Dollar Marke überschreiten. Auch B2B (Business-to-Business) fokussierte Unternehmen setzen immer häufiger auf mobile Anwendungen, um Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner anzubinden. Neben solchen B2B-Apps nimmt ein weiterer Trend an Fahrt auf: B2E-Apps. B2E bedeutet Business-to-Employee. Unter B2E-Apps sind dementsprechend Applikationen zu verstehen, die Unternehmen ausschließlich an ihre Angestellten herausgegeben.

Website anstatt B2E- oder B2B-App?

Bedarf es überhaupt einer App, reicht eine Website nicht aus? Schließlich können mit ihnen ähnliche Services erbracht werden wie mit einer App – und dies in der Regel zu geringeren Kosten.

Viele digitale Services können in der Tat über eine Website zielführend angeboten werden, sodass eine App nicht notwendig ist. Allerdings existieren auch Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle, in denen Apps sinnvoll sind. Dies liegt unter anderem an den Limitationen von Websites und den spezifischen Vorteilen von Apps: 

Limitationen und Vorteile:

  • Websites sind nur in geringem Maße offline-fähig, Apps hingegen lassen sich vollständig offline-fähig machen.

  • Apps können auf eine größere Anzahl von Funktionen der Endgeräte zugreifen, wie etwa auf Bluetooth, Kamera, Mikrofon usw.

  • Da Apps spezifisch auf das jeweilige mobile Betriebssystem angepasst werden können, sind sie oft deutlich schneller als Websites.

  • Mit Apps sind Unternehmen näher an den Usern und können diese besser binden. Über das App Icon auf dem Homescreen ist man permanent präsent und Push-Benarchrichtigungen eröffnen einen einfachen, direkten Kanal zum User.

Wie eingangs erwähnt, lohnt sich eine App nicht immer. Deswegen haben wir einen Entscheidungsbaum gezeichnet, mit dem grob ermittelt werden kann, ob in einem spezifischen Anwendungsszenario eine App Vorteile gegenüber anderen Lösungen bietet:


App-Entwicklung-Entscheidungsbaum


Der App-Entscheidungsbaum kann hier auch in hoher Auflösung betrachtet werden.

Welche Ziele können mit B2B-Apps und B2E-Apps unterstützt werden?

Bevor wir uns einige konkrete Beispiele für B2E- und B2B-Apps anschauen, wollen wir auf (Teil-)Ziele aus den Unternehmensbereichen Sales, Operation/Service, Marketing, Kommunikation, HR und Rechnungswesen schauen, die mit Apps unterstützt werden können.

Zu den Zielen, die erreicht werden können, zählen speziell:

  • Steigerung des Umsatz / Upsell 

  • Verdrängung von Wettbewerbern (durch permanente Präsenz auf den Devices)

  • Erhöhung der Kundenbindung, Kundenzufriedenheit und Brand Awareness

  • Bereitstellen von Zusatzservices für Kunden

  • Bereitstellen und Aufbereiten von Daten (aus verschiedenen Systemen) 

  • Schaffen einer Möglichkeit, in nahezu jeder Situation / an jedem Ort (unwegsames Gelände, in der Natur, besondere Umgebungen oder Umstände) Daten abzufragen bzw. Daten zu erfassen und zu verarbeiten

  • Stärkung der Mitarbeiterbindung und Verbesserung der internen Kommunikation

  • Optimierung und Automatisierung von Prozessen, beispielsweise in den Bereichen Human Ressources, internes Rechnungswesen und Sales

Dies ist keine vollständige Liste, gibt aber einen guten Eindruck, wie Apps in ausgewählten Unternehmenseinheiten sinnvoll unterstützen können.

Wie und wo genau können B2E- und B2B-Apps wertstiftend eingesetzt werden?

Zur Veranschaulichung schauen wir uns nun genauer an, wie und wo Apps die oben ausgewählten Unternehmenseinheiten und deren (Teil-)Ziele unterstützen können. Hierfür nutzen wir Beispiele aus der Unternehmenspraxis. 

Sales & Service

Der Traum eines jeden Sales-Departments: Die Kund:innen können via App jederzeit eine Bestellung auslösen. Einige Unternehmen stellen tatsächlich Shops via App bereit. Was sich etwa bei Großhändlern für Werkzeuge oder Baustoffe auszahlt, funktioniert in der Regel nicht bei komplexen oder individuellen Dienstleistungen und Gütern. Dennoch können auch hier B2B-Apps sinnvoll als Sales-unterstützende Maßnahme eingesetzt werden. 

Beispiel: Cat

Beim Baumaschinenspezialist Cat etwa können die Maschinen zwar nicht via B2B-App gekauft werden, dennoch hat das Unternehmen gleich mehrere smartphonefähige Anwendungen veröffentlicht. Die Apps unterstützen die Kund:innen beispielsweise beim Fleetmanagement oder der Inspektion, auch Ersatzteile können via App geordert werden.

Beispiel: PFREUNDT Load & Go

Der mobile Wiegensysteme-Hersteller PFREUNDT geht ähnlich vor und bietet seinen Kunden ebenfalls eine Service-App an. Die App beinhaltet Funktionen zum digitalen Signieren und Abspeichern von Wiegedaten. Umgehend kann so der Empfang einer Ware quittiert und zum Web Portal übertragen werden, sodass analoge Quittungen der Vergangenheit angehören. 

Pfreundt Web-Portal


Beispiel: farmsaat

Die farmsaat AG hat für seine im Außendienst tätigen Sales-Manager:innen extra eine App entwickeln lassen. Der bis dato papierzentrierte Vertrieb des Saatgutproduzenten war fehleranfällig und verlangsamte durch den Postversand die Prozesse. Mithilfe der Sales-App farmpartner konnten u. a. Fehler in der Bestellung reduziert und durch der gesamte Salesprozess beschleunigt werden, insbesondere auch über Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

Human Resources 

Im Bereich Human Resources kommen B2E-Apps häufig zum Einsatz. Zudem sind hier viele Unternehmen auf dem Markt, die Standard-App-Lösungen anbieten. Mit diesen Apps können unter anderem Urlaub, Krankmeldungen, Quittungen und Spesen eingereicht oder etwa Dienstpläne eingesehen werden. Hier setzen größere Konzerne teilweise auf individuell entwickelte Apps. Es existieren aber auch Standard-App-Lösungen, wie etwa von BambooHR.

Die Standard B2E-Apps unterscheiden sich im Umfang: Einige fokussieren die Prozesseffizienz im Bereich Human Resources, andere bieten reine Planungslösungen, wiederum andere versuchen den großen Wurf und greifen Aspekte der internen Kommunikation zusätzlich mit auf.

Die Standard-Lösungen haben häufig den Nachteil, dass sie nicht an die spezifischen Anforderungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden und des Unternehmens angepasst sind. Das Thema Datenschutz spielt hier zudem eine große Rolle. Bei Standard-Lösungen, speziell, wenn sie außerhalb des Heimatlandes Sitz und Server haben, sind Zweifel und Befürchtungen seitens der Nutzenden und Verantwortlichen häufig groß.

Interne Kommunikation / People & Culture

Die Bedeutung einer konsistenten, kontinuierlichen und motivierenden internen Kommunikation hat durch die Corona-Pandemie noch einmal zugenommen. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, trotz Remote Work ihre Mitarbeitenden noch erreichen und binden zu können. Teil der Lösung waren und sind nach wie vor B2E-Apps.

Auch hier gibt es Eigenentwicklungen, aber auch Standard-Lösungen wie Slack. Während Slack die Kommunikation und Kollaboration fokussiert, nehmen B2E-Apps wie Evermood die Unternehmenskultur und das Arbeitsumfeld in den Blick. Diese Apps bieten etwa Möglichkeiten für Einzelgespräche, die Teilnahme an Workshops und Fortbildungen, Gesundheitsmaßnahmen, das (unterstützende) Onboarding sowie Stimmungsbildbefragungen.

Was muss vor der Umsetzung von B2E- und B2B-App bedacht werden?

Wenn die Entscheidung für die Entwicklung einer App gefallen ist, muss unbedingt der exakte Funktionsumfang noch einmal genau betrachtet werden. Nicht alles will oder kann man „mobil“ sinnvoll nutzen. Die Kenntnis der Zielgruppe und deren Einsatzszenarien ist dabei von entscheidender Bedeutung. Nicht zuletzt muss dabei über den genauen Endgeräte-Support – Smartphone, Tablet, Andorid, iOS – entschieden werden.

Arten von Apps

App ist nicht gleich App. Das muss zudem bei allen Planungen und Maßnahmen berücksichtigt werden. Jede App-Art hat bestimmte Vor- und Nachteile. Wir werden in diesem Beitrag nicht auf alle Unterschiede eingehen können (mehr Infos dazu auf unserer App-Themenseite), wollen aber wesentliche Unterschiede kurz anschneiden.

Grundsätzlich können folgende App-Arten unterschieden werden:

  • Native App: Die Implementierung erfolgt in den spezifischen Programmiersprachen des jeweiligen mobilen Betriebssystems.

  • Progressive Web Apps: Eine technische Weiterentwicklung einfacher Web Apps, die auch auf den Endgeräten installiert werden können.

  • Hybride App: Die App selbst ist lediglich eine Art Rahmen für eine in diesem nachgeladene Web App.

  • Cross Platform Framework: Ermöglicht ein plattformübergreifendes Entwickeln und ein Verteilen auf verschiedene Plattformen.


Übersicht App-Entwicklung-App-Arten-Eigenschaften

UX/UI-App-Konzept

Apps bieten hinsichtlich der Benutzbarkeit große Chancen. Ein gutes UX/UI-Konzept ist dabei enorm wichtig. Insbesondere das Navigationskonzept sollte schon vorab gut durchdacht werden. Auch der Umfang der Offline-Fähigkeit muss genau konzipiert werden. Soll die App teilweise oder vollständig offline-fähig sein? Welche Inhalte und Funktionen betrifft das?

Implementierung von Apps

Abhängig von der Entscheidung der App-Art (siehe oben), benötigt man im Entwicklungsteam sehr unterschiedliche, teilweise sehr spezielle Kompetenzen. Hat man die nicht in ausreichendem Umfang inhouse zur Verfügung, muss die Marktlage hinsichtlich entsprechender Dienstleister berücksichtigt werden.

Neben vielen weiteren technischen Detailfragen, sind insbesondere die Anbindung von externen Systemen sowie die Details der Datenhaltung vor der Implementierung zu klären.

Veröffentlichung von Apps

Solange man über einen der App Stores gehen muss, verzögert sich die Auslieferung der App oder einer neuen Version ggf. Bei Apple ist hier deutlich mehr Zeit einzuplanen, da die Freigabeprozesse länger laufen.

Auch darf man hier nicht vernachlässigen, dass eine Veröffentlichung in den Stores wieder eigene Kompetenzen erfordert und man sich als Anbieter mindestens um die Zugänge bemühen sollte. Bei der Entwicklung sind natürlich dann auch die entsprechenden Bedingungen in den Stores zu berücksichtigen und einzuhalten.

Kosten

Die Kosten und der Zeitaufwand für die Umsetzung sind unter anderem abhängig von den oben genannten Aspekten sehr unterschiedlich und immer im Einzelfall zu betrachten. Bringt man diese mit dem Business-Case zusammen, kann eine sinnvolle Entscheidung getroffen werden.

Fazit B2E- und B2B-Apps

Die Entwicklung von Apps ist aufwendig. Aus diesem Grund sollte vorab überprüft werden, ob nicht eine Website oder ein anderes Instrument eine Lösungsalternative darstellen kann. Ist dies nicht der Fall bzw. sind die Mehrwerte offensichtlich, können B2E- oder B2B-Apps sehr wertstiftend sein, wie unsere Beispiele zeigen. Ist die Entscheidung für eine App-Entwicklung gefallen, sollte allerdings genau analysiert werden, welche Art von App am geeignetsten ist und welche Anforderungen an die App gestellt werden.

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